Hi Till, zu Beginn erst einmal Danke für deine Zeit und für das Interview!
Hola Zvonko, vielen Dank ebenfalls für diese Gelegenheit, uns der Metalgemeinde präsentieren zu dürfen.

2002 gegründet und noch immer stark im Underground. Sicherlich kennen Euch noch immer viel zu wenig Metalheads. Deshalb erzähl doch mal ein bisschen was über die Band, die Mitglieder und Eure History.

In der Tat, uns kennen definitiv zu wenige. Aber weil langatmige Bandvorstellungen eh niemanden interessieren, belasse ich es bei ein paar Stichpunkten: Uns gibt es seit Anfang 2002, stilistisch kann man Elvenpath im klassischen Power Metal einordnen – überwiegend schnell, etwas episch, hart und melodiös. Wir haben bislang zwei Demos und zwei Alben veröffentlicht, eine Menge live gespielt und auch die eine oder andere Neubesetzung vornehmen müssen. Aktuell besteht die Band aus Dragutin Kremenovic (Gesang), Christian Flindt (Baß), Oliver Rossow und Till Oberboßel (Gitarren), zur Zeit suchen wir einen Schlagzeuger.

Ihr habt leider (oder wenn man das neue Album hört auch zum Glück) immer wieder wechselndem Line up zu kämpfen. Aus der Originalbesetzung seid Du und Chris (Bass) die einzige Konstante. Momentan seid ihr ja auch wieder auf Drummersuche. Haben Euch diese Wechsel auf der Besetzungscouch in Eurer Entwicklung und Fortschritt zurückgeworfen oder bringen Line up Wechsel eher sogar positive Entwicklungen und Motivationsschübe mit sich?

Sowohl als auch. Ein Besetzungswechsel ist immer erstmal ein kleiner Rückschritt, da die Suche und Einarbeitung eines neuen Mitstreiters natürlich Zeit benötigt, die man ansonsten anderweitig investieren könnte. Andererseits kehren neue Besen eben auch mal gut, und mitunter braucht eine Band eine Frischzellenkur. Für jeden Besetzungswechsel gibt es Gründe; das passiert ja nicht einfach so. Mit der jetzigen Besetzung bin ich jedenfalls mehr als glücklich; das ist absolut das beste Line-Up, das Elvenpath je hatten, und wir haben in dieser Formation auch schon über zwei Jahre zusammengespielt. Wir passen musikalisch und persönlich großartig zusammen und ich bin da für die Zukunft sehr zuversichtlich. Jetzt brauchen wir noch einen Drummer, der das vervollständigt. Motivierte und kompetente Trommler – bitte melden!

Du selbst bist ein riesen Metal Fan. Selbst Schreiber (bei unserem feinen Fanzine Totentanz). Hab mich riesig über Euer neues selbstbetiteltes Album gefreut, weil es echt Klasse geworden ist. Muss aber auch immer mal wieder mit verdammt schlechten Releases anderer Bands kämpfen. Wie gehst Du als Musiker, Plattenkritiker und Fan mit schlechten Veröffentlichungen und lahmen Bands um? Ablehnung jeglicher musikalischer Existenzberechtigung oder probierst Du dennoch was Positives rauszuziehen?

Vielen Dank erstmal für die positiven Worte und an dieser Stelle auch noch für das gute Review! Bei der heutigen Veröffentlichungsflut ist in der Tat leider viel Mittelmaß und noch niedrigeres Niveau dabei. Die meisten Labels werfen wild irgendwelche Bands auf den Markt, von denen sie sich erhoffen, daß sie den Erfolg anderer Bands wiederholen können, deshalb klingt vieles heute leider auch so gleichförmig und substanzlos. Aber wenn ich als Kritiker eine solche Scheibe zum besprechen bekomme, höre ich sie mir trotzdem etwa fünfmal eingehend an, um mir eine fundierte Meinung bilden zu können. Manches erschließt sich ja nicht beim ersten Durchlauf. Und manchmal finde ich dann noch positive Ansätze, während manchmal eher völlige Wüste herrscht. Bis zur Ablehnung jeglicher Existenzberechtigung gehe ich aber nicht, auch wenn mir bei manch besonders schlechtem Album da mal der Gaul durchgeht. Insbesondere wenn ich mir Alternative Rock, Metalcore oder ähnliches Zeug anhören muß. Mit derlei Stilen bin ich unversöhnlich verfeindet. Ich habe auch nicht vergessen, wie in den 90ern allerlei Grunge-, Alternative- oder Hardcorebands über den Metal gelästert und ihn als ewiggestrig und blöde dargestellt haben. Die Zeit hat gezeigt, wer den längeren Atem hatte, und ich sehe es als meine Pflicht an, den Kampf fortzuführen, denn er ist noch nicht vorbei.

Wenn man Euren Stil, die Lyrics und den Bandnamen betrachtet, kommt man gar nicht drum herum an Einflüsse wie Tolkiens Herr der Ringe und an Bands wie Nightwish (Bandtitel), Manowar, Majesty (Metalforce), Iron Maiden, Hammerfall, Blind Guardian, Sabaton zu denken. Stimmt die Einschätzung?

Da hast du recht, die genannten Bands haben uns auf jeden Fall beeinflußt. Vor allem Maiden, Manowar, Hammerfall und Blind Guardian hört man sicherlich deutlich heraus, das ist aus unserer Sicht auch legitim. Schließlich kopieren wir keine anderen Bands, aber man kann erkennen, wo unsere Einflüsse liegen. Nightwish und Sabaton mag ich auch sehr gerne, auch wenn sich das weniger in unserer Musik niedergeschlagen hat, dafür haben uns Nightwish zumindest den Bandnamen geborgt ;-). Kleine Anekdote am Rande: Vor einigen Jahren habe ich Tuomas Holopainen mal im Rahmen eines Nightwish-Interviews gefragt, ob er denn die deutsche Band Elvenpath kennen würde, die habe sich schließlich nach einem seiner Songs benannt (ohne zu verraten, daß ich da mitspiele). Er war richtig von den Socken, fühlte sich sehr geschmeichelt und versprach, sie sich anzuhören. Eine CD-Bestellung habe ich von ihm aber leider noch nicht erhalten ;-).

Wie True seid ihr? Das Genre wird ja gerne mal belächelt. Gerade so eine Genregröße wie Manowar. Joey De Mayo selbst hat ja viel zum Bashing gegen Manowar beigetragen, was ich selbst als schwachsinnig betrachte, denn die Musik war, ist und bleibt immer gut. Nehmt ihr Euch selbst in dem Punkt ernst oder ist ein Augenzwinkern immer mit dabei?

Da kann man jetzt eine umfangreiche Diskussion darüber, was „true“ ist und was nicht, starten. Ich persönlich benutze diesen Begriff kaum, weil viele Leute etwas anderes darunter verstehen und man deshalb mißverstanden werden kann. Wenn man unter „true“ eine Band versteht, die mit voller Leidenschaft Heavy Metal spielt, ohne auf kommerziellen Erfolg zu schielen, dann sind wir es mit Sicherheit. Wir halten seit fast zehn Jahren die Flagge hoch, kommen erfolgstechnisch nur im Schneckentempo vorwärts, legen finanziell konsequent drauf und haben doch nie aufgegeben oder uns verbogen. Andere Bands, die mit uns angefangen haben, haben uns schnell abgehängt, dann aber auch wieder die Segel gestrichen. Wir hingegen sind immer noch dabei. Vielleicht ist das „true“, ich nenne es einfach nur beständig. Beständig wie Metal eben sein sollte. Manche unsere Songs wie „Guardians of the underground“ oder „Into the future“ erzählen von unserer Liebe zum Metal, die dabei das Feuer in unseren Adern am Leben erhält. Wenn man unter „true“ hingegen eine möglichst exzessive Verwendung der Worte „steel“, „blood“, „glory“, „fire“ etc. und boygroupverdächtige Posen versteht: Da ist bei uns durchaus eine Portion Ironie mit im Spiel. Eine Band wie Manowar wird aufgrund ihres extremen Images natürlich gerne mal parodiert, sollte das dann aber auch hinnehmen und darüberstehen können. Das geht Leuten wie Rammstein oder Angela Merkel ja auch nicht anders. Es ist wichtig, auch über sich selbst lachen zu können. Unser ehemaliger Gitarrist und ich haben seinerzeit – noch vor der eigentlichen Gründung der Band - „Metalwar“ einfach nur zum Spaß geschrieben; als Parodie auf all die Leute, die den damals grassierenden „True Metal“-Boom mit all seinen Klischees so wahnsinnig ernst genommen haben. Und der Song kam so gut beim Publikum an, daß mit der Zeit noch zwei Fortsetzungen entstanden sind, welche nun als „Truelogy“ auf dem neuen Album stehen. Diese Stücke sind parodistisch gemeint, können aber auch musikalisch als vollwertige Songs bestehen. Die Abteilung „True Metal-Parodie“ ist damit aber auch abgefrühstückt, es wird von uns keine weiteren derartigen Stücke geben.

Es ist schade zu sehn, dass eine talentierte Band wie Elvenpath bei keinem Label untergekommen ist. War bis Dato noch kein passendes dabei oder woran liegts?

Wir hätten durchaus Interesse an einem Deal, aber es hat nicht geklappt. Wir haben in den letzten Jahren einige wenige Angebote bekommen, die aber allesamt wirklich lahm waren. Das hätte uns nichts gebracht, was wir nicht auch selbst hinbekommen hätten; mitunter konnte man die Angebote auch glattweg als Abzockversuch klassifizieren. Von ernstzunehmenden Labels wurden wir bislang konsequent abgelehnt. Die Frage nach den Gründen müßte man eher den entsprechenden Leuten dort stellen; ich vermute mal, daß wir zuwenig kommerzielles Potential versprechen. An der Qualität unserer Musik wird es wohl nicht liegen, wenn ich mir so die Reaktionen der Kritiker auf unser Album ansehe.

Habt ihr mal mit dem Gedanken gespielt, bei einem dieser Bandcontests mit zu machen, der von dem ein oder anderen Label ins Leben gerufen wurde? Auf dem Weg haben ja einige Bands schon den einen oder anderen (Achtungs)Erfolg feiern können (z.B. Steelwing).

Ehrlich gesagt noch nicht. Bislang haben wir es nur über die klassische Bewerbung mittels Demos versucht; vielleicht werden wir da künftig noch andere Wege gehen…danke für den Tip!

Eigentlich jede Review zum neuen Album ist positiv ausgefallen. Sehr gefreut für Euch hat mich auch die positive Kritik im Rock Hard. Haben sich dadurch die Bestellungen eurer Scheibe erhöht?

Auch wir haben uns natürlich über die beinahe durchweg guten Kritiken gefreut. Das Rock Hard ist kein Magazin, von dem ich viel halte, aber Wolfram Küper ist ein Mitarbeiter, der tatsächlich noch Interesse am Underground hat und uns eine gute Kritik lediglich aufgrund der musikalischen Qualität gegeben hat. Es sind also keine Bestechungsgelder geflossen ;-). Die Bestellungen fließen relativ konstant, es kommen schon regelmäßig welche rein, aber das ist sicherlich auch auf die Präsenz in den ganzen Fanzines zurückzuführen. Undergroundfans, die sich für kleine Bands interessieren, lesen wohl eher Fanzines als große Magazine.

Euer neues selbstbetiteltes Album besteht - soweit ich es in Erfahrung gebracht hab – ja nicht aus ausschließlich oder überwiegend neuem Material. Wie kams dazu, alte Songs die es vorher nicht auf Platte geschafft haben jetzt doch zu veröffentlichen? Denke, dass mangelnde Inspiration für neues Material nicht der Grund ist.

Nein, mit Ideenmangel hatte das nichts zu tun. Wir hätten auch ein Album voll neuer Songs machen können, aber wir wollten auch endlich mal mit der Vergangenheit der Band reinen Tisch machen und die Songs, die bislang nicht zu Veröffentlichungsehren gekommen waren, aufarbeiten. Auf unseren beiden Demos „2002“ und „Gateways“ waren ja nicht so viele Songs drauf, obgleich wir auch damals schon mehr Material hatten. Beim letzten Album „Spyrol“ haben wir eher die aktuellen Songs präferiert, wodurch ältere Stücke ins Hintertreffen gerieten, obwohl sie das qualitativ nicht verdient hatten. „Cellars of doom“ und „Moria“ sind schon ziemlich alt. „Enflaming demands“ war eigentlich für „Spyrol“ vorgesehen, gefiel uns dann aber doch nicht gut genug, wurde nochmal kräftig überarbeitet und klingt jetzt so, wie es sollte. Die Truelogy nimmt dabei eine Sonderstellung ein, da wir die Songs zusammenhängend veröffentlichen wollten. „Metalsteel“ wurde dann aber erst 2010 fertiggestellt, obwohl „Metalwar“ und „War of steel“ auch schon einige Jahre auf dem Buckel haben. Daher mußten auch sie eine Weile warten. Die Archive sind nun leer, auf dem nächsten Album werden dann komplett neue Songs zu hören sein, und es wir haben da auch schon was auf Lager – laßt euch überraschen.

Der Hauptsongwriter bist du. An zweiter Stelle euer Bassist Chris. Werden in Zukunft auch die anderen Bandmitglieder in das Songwriting einbezogen?

Oliver und Dragutin haben mit „Into the future“ ja bereits einen Song beigesteuert. Wir schmieden auch schon Stücke für das nächste Album zusammen, und ich bin sicher, daß sich die beiden dann noch stärker einbringen werden. Das ist das schöne an unserer aktuellen Besetzung: Alle Mitglieder interessieren sich für Elvenpath und arbeiten mit, das war in der Vergangenheit nicht immer so.

Meine persönlichen Albumhighlights sind „Into The Future“, „Guardians Of The Underground“, „Moria“ und natürlich die sehr monumental daherkommende Metal Trueology. Welches sind deine/eure Highlights oder kann man das nicht so differenziert sehn, weil es ja alles Eure „Babys“ sind?

Da hat sicherlich jeder seine persönlichen Favoriten, daher kann ich da nur für mich selbst sprechen. Meine Lieblingsstücke sind „Guardians of the underground“, „War of steel“ und „Into the future“, aber ich mag jedes Stück sehr gerne. Jedes hat seine speziellen Reize, die wir auch teilweise während der Albumproduktion erarbeitet haben; gerade die älteren Songs haben im Vergleich zu ihrer Ursprungsversion deutlich hinzugewonnen. Aber wenn ich mir unser neues Album so anhöre, dann bin ich wirklich mit jedem Stück sehr zufrieden; es befindet sich meines Erachtens kein durchschnittliches oder gar schwaches Stück auf der Scheibe.

Ihr probiert so viel wie möglich live zu spielen. Jetzt habt ihr es auf eine mini Tour nach Belgien geschafft. Wie liefs im Nachbarland?

Sehr gut! Es war ja bereits unser vierter Abstecher nach Belgien und langsam sind wir dabei, uns dort eine gewisse Fanbasis aufzubauen. Unsere Musik kommt dort wirklich gut an, die Fans interessieren sich tatsächlich noch für kleine Bands und sind nicht so übersättigt wie bei uns. Auch die anderen drei Bands, mit denen wir dort gespielt haben (Desperation, Soulsteeler und Keyrah) waren richtig gut und sehr locker drauf. Da wurde so manches gute belgische Bier gemeinsam vernichtet – ein weiterer Grund, weshalb wir immer wieder gerne nach Westen fahren. Ich bin mittlerweile ein richtiger Belgienfan, wir werden dort auch sicherlich das eine oder andere Mal wieder spielen, zumal wir auch auf dieser Minitour neue Kontakte zu Veranstaltern knüpfen konnten.

Ihr seid alle Berufstätig. Bleibt da überhaupt viel Zeit zum Touren oder habt ihr alle so kulante Arbeitgeber, dass sie euch auch öfters von der Arbeit freistellen?

Naja, wir haben ja keine wochen- oder gar monatelangen Touren im Kalender stehen. Wir spielen eher Einzelgigs am Wochenende oder versuchen eben, mal über ein verlängertes Wochenende einige Gigs am Stück abzureißen. Das geht dann schon. Eine richtige Tour quer durch Europa wäre natürlich großartig; da würden wir auch versuchen, alle Hebel in Bewegung zu setzen, damit wir das ermöglichen können. Am besten als Support einer größeren Band, damit uns auch ein größeres Publikum kennenlernt. Momentan ist da nichts in Sicht, aber wir arbeiten immer an neuen Möglichkeiten.

Wie ernst nehmt ihr die Arbeit mit der Band. Träumt ihr davon auch mal von der Musik leben zu können oder wird die Musik und Elvenpath auf immer „nur“ ein ernsthaftes Herzblut Hobby bleiben?

Vermutlich hat jeder Musiker den Wunsch, sich auf seine Kunst konzentrieren zu können, ohne nebenher arbeiten gehen zu müssen, aber bei wem klappt das heute noch? Von all den Bands schafft das doch nur ein kleiner Teil. Da machen wir uns keine Illusionen. Unsere Musik ist nichts für die breite Masse und wir wollen uns nicht verbiegen müssen, um krampfhaft Erfolg zu haben. Außerdem sind wir keine 18 mehr, haben teilweise Familie und müssen entsprechend auch finanzielle Sicherheit bieten. Da setzt man nicht alles auf eine Karte und kündigt seinen Job, um eine Tour mitfahren zu können. Aber man kann Arbeit und Musik auch gut kombinieren, wenn man es richtig anstellt. Wir nehmen die Arbeit mit der Band auf jeden Fall ernst und investieren viel Zeit und Energie in Elvenpath, das zahlt sich aber eher auf künstlerischer als auf finanzieller Ebene aus.

In letzter Zeit sind ja einige große Musiker der Metalszene verstorben (Scott Columbus, Gary Moore, Dio, Peter Steele…R.I.P.). Ne Menge Leute – Musiker und Fans – haben sehr betroffen darauf reagiert. Ging dir das persönlich auch sehr nahe oder hältst du es wie ein Musiker einer relativ etablierten Band (möchte keinen Namen nennen), der dazu nur sagte: Na gut, sie sind halt alt gewesen oder das ist der normale Lauf der Dinge, daran wird man sich gewöhnen müssen.

Mich persönlich hat Quorthons Tod seinerzeit sehr getroffen, ihm habe ich ja auch mit „Northern son“ von unserem letzten Album ein Denkmal gesetzt. Über viele andere Todesfälle in der Szene war ich natürlich auch traurig, aber sie gingen mir nicht so sehr nahe wie er. In solchen Momenten wird einem die Endlichkeit alles Irdischen bewußt; jeder Mensch ist sterblich, auch wenn er ein bekannter Musiker ist. Aber durch ihre Musik haben all diese Leute auch auf bestimmte Art Unsterblichkeit erlangt. Ich bin sicher, daß man auch in 100 Jahren noch „Over the hills and far away“, „Secret of steel“, oder „Catch the rainbow“ hören und an sie denken wird. Es kommt nicht darauf an, wie lange man lebt, denn irgendwann ist es ohnehin zu Ende. Viel wichtiger ist, was man in seinem Leben getan hat, egal wie kurz oder lang es gewesen sein mag. Eine Phase der Trauer ist notwendig, aber wichtiger ist es, sich an die Menschen zu erinnern und ihr Schaffen, in dem Fall ihre Musik, zu bewahren, in Ehren zu halten und weiterzugeben.

Die vorletzten Worte, bei denen Du noch loswerden kannst was beim Interview vielleicht nicht zur Sprache gekommen ist, gehören Dir. Denn eine Frage kommt noch.

Ich glaube, es wurde alles gesagt. Vielen Dank für das Interview! Die Leser seien hiermit dazu aufgerufen, sich mal unsere Songs anzuhören und bei Gelegenheit zu einem Konzert zu kommen. Der Underground muß unterstützt werden! Viele kleine Bands werden nicht auf Festivals eingeladen, dürfen nicht mit größeren Bands touren und sind es trotzdem wert, gehört zu werden. Macht euch auf die Suche nach ihnen und unterstützt sie, denn sie brauchen es.

Das Interview möchte ich mit einer von Dir selbst gern gestellten Frage beenden, weil die Antwort mich brennend interessiert. Wenn ihr das Kingdom of Metal regieren würdet, welches wären die ersten drei Gesetze, die ihr erlassen würdet?

Hehe, das mußte ja kommen…also:
1) Abschaffung des Pay-to-play-Prinzips; für die Auswahl von Supportacts zählt ausschließlich deren musikalische Qualität und die Kompatibilität mit der Musik des Headliners.
2) Festivalveranstalter dürfen Bands lebenslänglich maximal zweimal buchen. Analog zu Gesetz Nr. 1 dürfen keine Gelder oder Sachleistungen angenommen oder gezahlt werden, um bestimmte Bands aufs Billing zu hieven.
3) Staatlich limitierte Maximalpreise für Karten und Merchandise.
Zuwiderhandlungen werden mit stationärer Volbeat-Dauerbeschallung bestraft. Und ich hätte noch einige weitere Ideen, um das Kingdom of Metal zum wahren Paradies werden zu lassen, aber das wären wie gesagt mal die ersten Schritte.